Alltagsheldin November

beate-schoenwald-alltagsheldin-november-hus

Beate Schönwald

Die Helden seid ihr! Ich bin nur die Heldenbegleiterin.

Beate ist Parkinson Nurse: Ihr Erfahrungsschatz und ihr Wissen über Parkinson ist Gold wert und wird von Betroffenen, Angehörigen und Kolleg:innen sehr geschätzt. Vor allem eines ist für die Patient:innen besonders wichtig: Beate Schönwald ist verlässlich und man kann auf Augenhöhe mit ihr reden.   

 

Im anonymen Hauptgebäude des Universitätsklinikums Eppendorf in Hamburg, direkt hinter der Wartezone der Neurologischen Ambulanz, hat sie ein kleines unscheinbares Büro. Meistens steht ihre Tür offen. Beate Schönwald ist Parkinson Nurse und Dreh- und Angelpunkt der Parkinson Tagesklinik. Zu ihr kann man gehen, wenn man etwas auf dem Herzen hat und nicht auf einen Termin beim Arzt warten möchte oder sich nicht sicher ist, ob es ein Thema für die Ärzt:innen ist. Sie findet immer Zeit für ein freundliches Wort und hat eine Lösung parat. Das Wohl der Patient:innen steht für sie an erster Stelle. Sie merkt sofort, wenn es mal jemandem nicht so gut geht und spricht die Person an, telefoniert manchmal hinter ihr her.

Beate liebt ihren Beruf, das merkt man ihr an. Dabei ist sie eher zufällig an dieses Aufgabenfeld gekommen. Denn Parkinson wird bei der Pflegeausbildung nur kurz gestreift und auch hier wird meistens davon ausgegangen, dass es sich um eine Alterskrankheit handelt, also in den Bereich der Geriatrie fällt. Dabei hat Parkinson sehr viel mehr zu bieten, findet Beate Schönwald.  

Es gefällt ihr, dass sie weitestgehend selbstständig arbeiten kann und Patient:innen über einen längeren Zeitraum begleiten darf, sie so auch näher kennenlernt. Sie ist immer auf der Suche nach neuen Wegen, um die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern. So möchte sie zum Beispiel den Boxsport den Menschen mit Parkinson näher bringen, denn darüber können sie ihre Balance und die Kraft trainieren.     

Beate lächelt verschmitzt, es blitzt aus ihren Augen, wenn sie davon erzählt, wie die Menschen mit Parkinson sogar für sie Vorbilder sind und Inspiration. So viel Mut, Kreativität und Freude am Leben bei den Patient:innen erleben zu dürfen, ist für Beate eine wichtige Kraftquelle, um auch die Anstrengungen im Beruf bewältigen zu können. 

Es gibt nicht viele Parkinson Nurses in Deutschland. Beate wünscht sich, dass die Bedeutung und der Mehrwert von Parkinson Nurses gesehen wird und noch weitere Pflegekräfte sich dazu entschließen diese Ausbildung zu machen. Ihr Traum ist, dass die Parkinson Nurse ähnlich selbstbestimmt und frei arbeiten kann, wie es beispielsweise bei den Hebammen der Fall ist.  

Um es mit den Worten einer Patientin zu sagen: „Beate müsste man klonen und in jede Klinik in Deutschland setzen!“ Deshalb ist sie unsere Alltagsheldin für den November. 

Noch mehr Alltagsheldinnen und -helden, die Mut machen