Alltagsheldin September

Alltagsheldin Dagmar Mende

Dagmar Mende

„Hauptsache man bleibt in Bewegung, hat Spaß daran und gibt damit dem Parkinson keine Chance!”

Dagmar Mende gehört zu den Menschen, die ihr Licht unter das Scheffel stellen und nicht gerne im Mittelpunkt stehen. Wenn man mit Menschen spricht, die sie kennen, hört man jedoch schnell heraus, dass sie das Herz der Münsteraner Parkinson Selbsthilfe ist.

Die Diagnose Parkinson bekam die gelernte Physiotherapeutin im Alter von 39 Jahren, das war 2005. 2012 gab Dagmar ihren Beruf auf und begann an einem Jugendroman über das Wunder des Lebens zu schreiben, der unter dem Titel „Engelkind“ veröffentlicht wurde. Das Schreiben und der Sport halfen ihr damals mit den Veränderungen in ihrem Leben klarzukommen.

In dieser Zeit gründete sie auch den Münsteraner Stammtisch für Jungerkrankte, der inzwischen zu einer wichtigen Anlaufstelle für Menschen mit Parkinson geworden ist. Sie unterstützt auch gerne die örtliche Selbsthilfegruppe, wann immer Not am Mann ist. Denn die Selbsthilfe ist ein wichtiger Anker für die Erkrankten und sollte unbedingt für alle offen stehen.

Dagmars Stärken sind das Zuhören und ihr ruhiges, zurückhaltendes Wesen. Ihre Erfahrungen mit Parkinson gibt sie gerne an andere weiter, denn es ist ihr wichtig die Menschen zu motivieren. Sie hat immer ein offenes Ohr für ihre Mitpatienten und gibt ihnen damit Hilfestellung und Orientierung bei der Bewältigung ihrer vielfältigen Herausforderungen. Die Mitglieder ihrer Gruppe sind ihr dafür sehr dankbar und schätzen sie sehr. Ohne Dagmar, dessen sind sie sich einig, stünden sie heute nicht so sicher im Leben.

Als 2020 Corona die monatlichen Treffen vorübergehend unmöglich machte, wechselte Dagmar mit der Gruppe in den digitalen Raum, die Organisation der digitalen Version des Stammtisches überließ sie dabei den technisch versierten aus der Gruppe. Heute trifft sich der Stammtisch wieder persönlich, nutzt aber den Vorteil der Videokonferenz, um auswärtige Referenten einzuladen, die über interessante Themen sprechen, wie zum Beispiel Gendermedizin, ein Vortrag, der von der HUS angeboten wird.

Dagmar ist ein Vorbild für viele Menschen mit Parkinson. Sie ist davon überzeugt, dass der Wille sich zu bewegen von Innen kommen muss. Wenn man aufgibt sich zu bewegen, geistig wie körperlich, dann hat der Parkinson schon gewonnen. Sie macht Gymnastik, tanzt, reitet und spielt Tischtennis, um nur ein paar ihrer sportlichen Aktivitäten zu nennen. Wir freuen uns, Dagmar Mende im Kreis der Alltagshelden begrüßen zu dürfen.