GIGER MD®-Therapie

Viele Verletzungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) galten lange Zeit als nicht regenerier- oder therapierbar. Neue wissenschaftliche Studien haben jedoch zu der Erkenntnis geführt, dass sich bestimmte Störungen im ZNS-Bereich durchaus mit Erfolg behandeln lassen – sogar dann, wenn eine Frühtherapie versäumt wurde. Dies gelingt, indem das Gehirn auf neue Bewegungsmuster trainiert wird. Die GIGER MD® Methode soll dies leisten. Sie eröffnet Perspektiven bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen und Verletzungen unterschiedlichen Schweregrads. Selbst bei scheinbar „austherapierten“ neurologischen Störungen soll sie zu deutlichen Verbesserungen der motorischen, vegetativen und kognitiven Funktionen führen. Empfohlen wird daher die GIGER MD® Methode – inzwischen auch von Ärzten – bei der Parkinson’schen Erkrankung.

Warum die GIGER MD®-Therapie bei Parkinson hilft?

Die Methode hilft vor allem bei Mobilitätsdefiziten und adressiert somit explizit an Parkinson Erkrankte; zudem kommt sie bei einer Reihe von Verletzungen zum Einsatz und um krankheitsbedingten Fehlhaltungen entgegen zu wirken. Indem mithilfe der Methode das Gehirn auf neue Bewegungsmuster programmiert wird, kommt es nach Aussagen einiger Ärzte zu erstaunlichen Verbesserungen der motorischen, vegetativen und kognitiven Fähigkeiten. Dies zeigte eine wissenschaftliche Studie mit acht Patienten, bei denen die Parkinson-Krankheit fünf bis zehn Jahre zuvor ausgebrochen war. Sie probierten eine GIGER MD®-Therapie von geringer Intensität. Das heißt: Sie trainierten zweieinhalb Monate lang durchschnittlich vier Stunden pro Woche. An der Arzneimitteleinnahme wurde nichts verändert, auch ein regelmäßig betriebenes, konventionelles Fitnesstraining von bis zu zwei Stunden pro Woche blieb beibehalten.

Unmittelbar nach Studienende zeigte sich: Mit der GIGER MD®-Therapie verbesserte sich die Funktion des Zentralnervensystems (ZNS) der Parkinson-Patienten um 35 Prozent, quantifiziert anhand der gemessenen Dynamik der Bewegungskoordination. Und drei Monate nach Beendigung der GIGER MD®-Therapie – Arzneimitteleinnahme und konventionelles Fitnesstraining blieben exakt wie zuvor bestehen – ergaben erneute Messungen, dass die ZNS-Funktion sich um 21 Prozent wieder verschlechtert hatte. Daraus könnte der Schluss folgen, dass Arzneimitteltherapie und konventionelles Fitnesstraining die Verschlechterung der ZNS-Funktion bei fortlaufendem Parkinson-Syndrom nicht aufhalten, die ergänzende GIGER MD®-Therapie vermag das hingegen besser.

Die Methode

Die Behandlung erfolgt in vier grundlegenden Schritten: Zunächst erlernt der Patient die GIGERMD®-Therapie in einem entsprechend ausgestatteten, zertifizierten Zentrum. Dies erfordert nur wenige Tage. Im Anschluss übt er täglich allein zu Hause. Das Training wird mit dem PC aufgezeichnet, ausgewertet und kontinuierlich angepasst. Dies gewährleistet höchstmögliche Effizienz. Die Fortschritte werden elektronisch erfasst und mit denjenigen anderer Patienten verglichen. Auf dieser Basis wird das Training kontinuierlich verbessert.

Kosten

Es gibt zwar die genannte Studie an acht Parkinson-Patienten; die Ergebnisse wurden aber bislang nicht reproduziert. Insofern werden aufgrund mangelnder Evidenz die Kosten bislang (noch) nicht von den üblichen Kostenträgern übernommen.

Weiterführende Informationen

Der Methode liegt die Vorstellung vom Zentralnervensystem als einem neuronalen Netzwerk zugrunde, das sich durch räumlich-zeitlich koordiniertes Feuern der Neuronen selbst organisiert und in seiner Organisation durch Umlernen veränderbar ist. Solche Lernprozesse regen wiederum die Neubildung von Nervenzellen an und steuern sie. Das schließt koordinierte rhythmische Bewegungen (motorisches Lernen) ein. Daneben ist das integrative Lernen, Speichern und Abrufen von Netzwerkzuständen die zweite Funktionsmöglichkeit des menschlichen ZNS (neben der relativ lokalisierten). Sie ermöglicht eine Reorganisation des verletzten ZNS. Insofern kann die Therapie bei einer Fülle von neurologischen Netzwerkerkrankungen um Einsatz kommen: etwa nach einem Schädelhirntrauma oder Rückenmarksschädigungen aufgrund eines Unfalls, bei Schmerz-syndromen oder infolge entzündlicher Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose), bei Störungen des peripheren Nervensystems (z. B. Polyneuropathie), bei Sprach- und Sprechstörungen.

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