Alltagshelden Mai

Alltagshelden Carsten und Heino-Hilde-Ulrichs-Stiftung

Heino und Carsten

„Alles Was Gut Tut!“

Heino und Carsten aus Neu Wulmstorf sind ein Paar, das den Alltag mit Parkinson vorbildlich meistert. Ihr Geheimrezept ist schlicht und ergreifend: reden. Miteinander reden ist besonders wichtig bei einer Krankheit, deren Ausprägung sich tagtäglich ändert. Dies betrifft sowohl das aktive Gespräch wie auch die nonverbale Kommunikation. Die Diagnose, die er 2015 mit 46 Jahren bekam, war für Heino ein großer Schock. Auch sein Mann Carsten, Dipl.-Krankenpfleger im Erstberuf, musste erst einmal schlucken. Dann holte er tief Luft und begann sich über die Krankheit zu informieren. Inzwischen hat er ein gutes Feingefühl für die Symptomatik bei Heino entwickelt und begleitet ihn oft zu Arztterminen. Er weiß aber auch sich zurückzunehmen und fordert Heino manchmal gerne. Es ist beiden wichtig, dass Heino so lange wie möglich selbstständig handeln kann. Da ist gegenseitige Motivation besonders wichtig.

Ein weiteres Geheimrezept der beiden lautet: teilen – den Haushalt, die Verantwortung und „Alles Was Gut Tut!“. Beide sind noch 100 % berufstätig, aber sie nutzen die Freizeit, um auch mal etwas Neues auszuprobieren. Manchmal kommt der Impuls von Carsten und manchmal von Heino. Zum Beispiel hatte Heino die Idee, ein paar einfache Tanzschritte aus der Fernsehsendung „Let’s dance“ auszuprobieren, als Vorbereitung auf den Tanzkurs, den sie im Herbst machen wollen. Beide haben es sich nämlich angewöhnt die Vorfreude auf geplante Aktivitäten oder schöne Urlaube auszukosten. Gerade in Zeiten, wo es mal nicht so gut läuft, wie jetzt, als sich Heino einen komplizierten Bruch der Schulter zugezogen hat, der mehrere OPs erforderte und noch immer auf die finale siebte Operation hofft. Da freuen sie sich umso mehr auf die Kreuzfahrt, die sie für Ende des Jahres geplant haben.

Heino und Carsten sind auch in der Selbsthilfe aktiv. Carsten tauscht sich regelmäßig in einem Angehörigen-Chat aus und Heino trifft sich online mit anderen Betroffenen. Sie haben beide gelernt, die Krankheit so zu nehmen, wie sie ist und tun alles, damit sie sich nicht zwischen sie stellt.

Wir finden, dass dieses ermutigende Lebenskonzept Carsten und Heino zu Alltagshelden macht.