Boxen für Parkinson-Patienten

Erfolgreich, aber nicht unumstritten ist eine neue „Bewegung“, die sich zumindest in den USA derzeit rasant ausbreitet: Boxen für Parkinsonkranke. In etlichen Städten bieten Boxclubs ein speziell ausgearbeitetes Trainingsprogramm für Betroffene an. In den Grundzügen unterscheidet es sich zunächst nicht vom Boxsport, wie er auch sonst in Vereinen praktiziert wird. 

Warum Boxen bei Parkinson hilft?

Zumindest im Boxtraining und damit auch in den Kursen und Workshops, die speziell für an Parkinson Erkrankte angeboten werden, ist die ganze Muskulatur des Körpers gefordert: die großen Stränge ebenso wie die kleinen, die quergestreifte und die glatte, lange dünne Fasern nicht weniger als kurze dicke – und last not least die leichter zu bedienende Muskulatur ebenso wie die oft schwer zu erreichende tiefliegende. Darüber hinaus ist Bein- und Fußarbeit ebenso vonnöten wie die des Kopfes; die Konzentration muss sich vielfach splitten und gilt dem Gegner ebenso wie der eigenen körperlichen und seelischen Verfassung im Moment des Kampfes als auch der Positionierung im Raum. Währenddessen müssen noch die Raumwahrnehmung und die allseitige Orientierung als Ganzes funktionierenviele Sinnesorgane laufen hochtourig und verharren in permanenter AnspannungIn solch einer Stresssituation befindet sich der Organismus quasi im Alarmzustand. Körper und Geist sind zeitgleich hochgradig gefordert – für Parkinsonkranke eine Extremsituation, mit der es umzugehen gilt. Gelingt das, lernt der Organismus im Parforceritt dazu.

Die Methode

Schlagtraining am Sandsack, Schattenboxen, Seilspringen, Liegestütz, Fitnessübungen: Die Trainings-Grundelemente, die die explizit für Parkinsonkranke angebotenen Box-Kurse und Box-Workshops vorhalten, entsprechen jenen, die auch andere Faustkämpfer zu absolvieren haben. Je mehr man dann in die Details der verschiedenen Übungspläne schaut, umso deutlicher zeigt sich deren Ausrichtung spezifisch an den Bedürfnissen der Erkrankten. Inzwischen finden sich ein Dutzend Übungsvarianten für die einzelnen Niveaus.

Kosten und weiterführende Informationen

Hierzulande halten sich Wohlwollen und Skepsis mit Blick auf den therapeutischen Nutzen des Parkinson-Boxens die Waage. Angebote sind sehr spärlich. Wer mitmachen will, muss erst einen Einstufungstest absolvieren. Die Kosten dafür und für die Ausübung dieses Sports in seiner therapeutischen Version hat jeder selbst zu tragen. 

Die Trainings im Ring sollen den Einzelnen nicht nur physisch, sondern auch mental für das Leben mit der Erkrankung stärken. Allerdings sehen manche Mediziner den Sport sowohl für Profis als auch Ungeübte als begrenzt geeignet an, da Hirntraumata infolge von Boxschläge ja auch eine Parkinson-Symptomatik auslösen könnten.

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