Massagen für Parkinson-Patienten

Die verschiedenen Formen der Massagen versuchen auf zwei unterschiedlichen Wegen eine Heilung oder Linderung beim Patienten zu erlangen. Die „direkte Massagemethode“ zielt auf die Behandlung der Haut und der Muskulatur an der Stelle, die massiert wird. Eine zweite große Gruppe an Massageformen basiert auf der Annahme, dass sich über Reflexbögen, „Meridiane“ oder Beeinflussung des „Qi“ auch Leiden der Organe therapieren lassen. Die Idee dieser „esoterischen Massagemethoden“ ist es, nicht die belastete Stelle zu behandeln, sondern ein „entsprechendes Areal“, die das kranke Organ repräsentiert. Die direkten Massageformen zeichnen sich aus durch das mechanische, punktuelle Setzen von Dehnungs-, Zug- und Druckreizen zur Behandlung von Haut, Bindegewebe, Muskulatur. Die bekannteste Variante aus dieser Gruppe unter etwa einem Dutzend Verfahren ist die „klassische“ oder auch „Schwedische Massage“. Nachfolgend geht es nur um diese.

Warum Massagen bei Parkinson helfen?

Die klassische Massagevariante wird von Physiotherapeuten vor allem dann genutzt, wenn es Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates zu therapieren gilt. Die Wirkung der Massage erstreckt sich von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus und schließt auch die Psyche ein. Doch allein schon aufgrund der unmittelbaren Wirkung auf den Organismus empfinden Parkinson- und andere Erkrankte eine Massage dieser Art als wohltuend.

Die Methode

Bei der klassischen Massage wird zwischen fünf verschiedenen Griffen unterschieden. Die – erstens – besonders angenehme Streichung (Effleurage) kommt vor allem zu Beginn beim Verteilen des Öls oder beim Ausstreichen als Überleitung in die Erholungsphase zum Einsatz. Das – zweitens – Kneten (Petrissage) soll vorhandene Verspannungen lösen ebenso wie alternativ das sogenannte Walken. Dabei wird die Muskulatur auf die darunterliegenden Knochen gedrückt. Mittels – drittens – Reibung (Friktion), das sind kleine, kreisende Bewegungen direkt auf dem Muskel, lassen sich Verhärtungen sehr gut lösen. Das – viertens – Klopfen (Tapotement) mit Fingern, der flachen Hand oder der Handkante fördert durch die kurzen, schnellen Bewegungen die Durchblutung der Muskulatur. Beim – fünftens – Zittern (Vibration) schließlich werden die Fingerspitzen oder die flachen Hände auf die zu behandelnde Stelle gelegt und anschließend zum Vibrieren gebracht. Dadurch wird die Muskulatur gelockert. Auf diese Weise können bei der Massage auch tiefer gelegene Gewebsschichten erreicht werden.

Kosten

Die klassische Methode ist weitgehend durch die evidenzbasierte Medizin anerkannt und findet sich in etlichen Lehrbüchern und Therapieleitfäden wieder. Sie kann verordnet werden; das allerdings ist nur noch selten der Fall, da viele Kostenträger eine Erstattung oft nicht (mehr) vornehmen. Von den ebenfalls rund ein Dutzend Massageformen der anderen großen, der esoterischen Gruppe, werden – mangels hinreichender Evidenz – allenfalls vereinzelt entsprechende Anwendungen aus Kulanz von den Krankenkassen übernommen.

Weiterführende Informationen

Die Anwendung von Massagen zur Heilung hat ihren Ursprung wohl im Osten Afrikas und in Asien (Ägypten, China, Persien). Die ersten Erwähnungen von Massagehandgriffen und gymnastische Übungen finden sich in chinesischen Schriften um 2600 v. Chr. Später taucht die Praxis der Massage bei indischen Mönchen auf, die sie nutzten, um nach von ihnen praktizierten Ringkämpfen Blessuren besser abklingen zu lassen. Über den Arzt Hippokrates (ca. 460–370 v. Chr.) und seine medizinische Schule gelangte die Massage nach Europa, wo sie dann im Mittelalter aber wieder in Vergessenheit geriet. Erst im 16. Jahrhundert hielt Massieren durch den Arzt und Alchimisten Paracelsus (1493-1541) erneut Einzug in die europäische Medizin. Es brauchte allerdings mit dem Franzosen Ambroise Paré (1510-1590) einen weiteren Arzt, um Massagetechniken endgültig in der modernen Heilkunde zu etablieren. Er verwendete Massage zur Rehabilitation nach Operationen.

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