Trotzdem gelassen – Ein onlinebasiertes Stressbewältigungsprogramm für Menschen mit Morbus Parkinson und ihre Angehörigen

Projekt-Eckdaten

Förderjahr:  2021

Träger: Universität Würzburg, Abteilung für Interventionspsychologie, Dr. Sonja Kleih-Dahms

Inhalt: Derzeit gibt es kaum geeignete psychotherapeutische Behandlungsangebote für Menschen mit Morbus Parkinson und deren Angehörige, um einen weniger belasteten Umgang mit der Erkrankung zu finden. Noch weniger Therapiemöglichkeiten bestehen online, obwohl die Vorteile hinsichtlich Flexibilität bekannt sind. Ziel des Projekts soll sein, die Wirksamkeit der online zur Verfügung gestellten Stressbewältigungsprogramme „Trotzdem gelassen“ auf ihre Wirksamkeit nachzuweisen und zu evaluieren.

Fördermittel: 10.000 €. Die Hilde-Ulrichs-Stiftung finanziert mit 9.315€ wissenschaftliche Hilfskräfte und mit 407 € den Erwerb der Fragebögen für den Wirksamkeitsnachweis und die Evaluation, sowie 278 € für anteilige Reisekosten zu Fachtagungen, wo die Ergebnisse präsentiert werden.

Dr. Sonja Kleih-Dahms

Hintergrund und Ziel der Studie

Derzeit gibt es kaum geeignete psychotherapeutische Behandlungsangebote für Menschen mit Morbus Parkinson und deren Angehörige. Noch weniger Therapiemöglichkeiten bestehen online, obwohl die Vorteile eines zeitlich flexibel nutzbaren Werkzeugs offensichtlich sind: Es lässt sich individuell an die Tagesform, an die On-und-Off-Phasen, an Berufstätigkeit oder letztliche diverse Verpflichtungen anpassen.

Ziel des Projekts von Dr. Sonja Kleih-Dahms ist es zwei Online-Stressbewältigungsprogramme zu entwickeln und einen Wirksamkeitsnachweis zu erbringen. Die online abrufbaren, auf der kognitiven Verhaltenstherapie basierten Interventionsprogramme sollen es Menschen mit Morbus Parkinson und deren Angehörigen ermöglichen, einen weniger belasteten Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Vorgehen

Dr. Sonja Kleih-Dahms möchte zwei Stressbewältigungsprogramme, die als Gruppentherapien für Menschen mit Morbus Parkinson und ihre Angehörigen entwickelt wurden, in gut verständliche und medial ansprechende Online-Versionen übersetzen. Diese sollen im Jahr 2022 einsatzbereit sein.

Dafür sollen mindestens N=60 Menschen mit Morbus Parkinson und N=60 Angehörige eingeladen werden, die die Onlineprogramme auf der Plattform Open WueCampus der Universität Würzburg als therapeutengestützte Selbsthilfeprogramme durchlaufen, um die Stressbewältigungsfähigkeiten der Teilnehmer zu erhöhen. Die Programme sollen auf ihre Wirksamkeit geprüft und evaluiert werden (beides mittels Fragebogen). Hierbei sind nicht nur psychologische Variablen wichtig, wie beispielsweise ein gesenktes Stressempfinden nach der Teilnahme, sondern auch die Bedienbarkeit des Trainings online, also technische Aspekte der Benutzung (Usability).

Die Stressbewältigungsprogramme umfassen mehrere Sitzungen, dauern sieben bis neun Wochen und sind individuell online in Form von Videos abrufbar. Informationsmaterial, wie auch Übungen für die Anwendung im Alltag werden allen Teilnehmern auch in schriftlicher Form in einem Trainingsordner bereitgestellt.

Um ein therapeutengestütztes Vorgehen zu gewährleisten, findet mit allen Teilnehmern vor Beginn des Trainings eine Anamnese-Sitzung statt und es werden zwei Telefonsprechstunden vorab vereinbart, um den Prozess der Programmteilnahme möglichst gut zu begleiten.

Die Ergebnisse dieser Forschung sollen sowohl in Form von wissenschaftlichen Artikeln bei Zeitschriften mit Peer Review (Verfahren zur Qualitätssicherung), als auch als Abschlussbericht bei der Hilde-Ulrichs-Stiftung, sowie auch in der örtlichen Selbsthilfegruppe für Menschen mit Morbus Parkinson und deren Angehörige und bei Tagungen und auf Kongressen veröffentlicht werden.

Über die Abteilung für Interventionspsychologie

Die Abteilung für Interventionspsychologie der Universität Würzburg hat einen Forschungsschwerpunkt in der Forschung mit Menschen mit neurologischen Erkrankungen, die durch ihre Erkrankung in der Kommunikation und/oder der Lebensqualität beeinträchtigt sind. Therapeutisch arbeiten wir mit Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie amyotropher Lateralsklerose, Einschränkungen nach Schlaganfall, Morbus Parkinson oder COPD. Unsere Forschung soll die Lebensqualität dieser Menschen verbessern, aber auch dazu beitragen, das Erleben der Betroffenen besser zu verstehen. Die Abteilung Interventionspsychologie der Universität Würzburg hat sich auch schon vor der aktuellen Leitung durch Professorin Kübler mit der Verbesserung der Lebensqualität für Menschen mit Morbus Parkinson befasst. Unter der Leitung von Professor Ellgring und gemeinsam mit Professor Macht ist eines der wenigen verhaltenstherapeutischen Manuale zur Unterstützung von Menschen mit Morbus Parkinson und ihren Angehörigen entstanden.